Kommunikation / communication
Jul. 10th, 2005 11:28 pmFrüher musste man sich aktiv um Kommunikation bemühen. Heutzutage muss man Kommunikation aktiv verweigern, wenn man einmal eine Pause haben möchte. Aber anders als damals, wo es erwünscht war, zu kommunizieren, muß man sich heute vielmals entschuldigen und mit guten Erklärungen abmelden, wenn man mal seine Ruhe haben möchte. Man ist verpflichtet, erreichbar und kommunikationswillig zu sein. Wie unfair.
********************
In the old days one had to actively search for means of communication. Nowadays one has to actively refuse communication if one wants a break. But even as then communication was a very good thing, now we have to excuse us profusely and have very good explanations if we want a little peace and quiet. We have to be available and happy to communicate, whenever, wherever. How unfair.
no subject
Date: 2005-07-10 02:57 pm (UTC)Soziale Verpflichtungen gibt es immer und wird es immer geben. Das ist der Preis, den man als soziales Wesen eben zahlen muss.
Was mir persönlich aber immer noch lieber ist als Soziopathin zu sein.
no subject
Date: 2005-07-11 04:58 am (UTC)Aber genau das wird sofort geschlossen. Es fällt sogar der Begriff "Soziopathin". Ganz genau das finde ich unfair.
Und ja, ich glaube, es gab eine Zeit nach dem Mittelalter und vor der industriellen Revolution wo es mindestens dem Bildungsbürgertum anders ging.
no subject
Date: 2005-07-11 07:03 am (UTC)Und ich möchte nicht dass sich ein unsinniges lj drama entspinnt.
Dieser comment richtet sich in beide Richtungen, damit auch da keine missverständnisse auftreten.
Aber vielleicht mache ich auch nur aus einer Mücke einen Elefanten, dann tut es mir leid.
no subject
Date: 2005-07-11 10:30 am (UTC)Und der Begriff "Soziapathin" fällt nur, weil jemand, der alle Kontakte zu anderen (damit meine ich wirklich alle, und nicht, dass man mal einen Abend keine Lust hat zu teefonieren oder so) eben genau das ist. Das heißt nicht "Du bist ein Soziopath".
Ich habe das auch nicht so verstanden, dasss du soziale Kontakte nicht gut findest, das hätte mich auch sehr gewundert.
Aber du hast gasagt, dass es früher anders war. Und das glaube nicht, deshalb wollt ich wiedersprechen. Du hast die Kommentarfunktion angelassen, daher dachte ich das ist okay. Mehr nicht.
no subject
Date: 2005-07-11 10:32 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-11 07:04 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-10 03:02 pm (UTC)no subject
Date: 2005-07-11 04:59 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-10 03:13 pm (UTC)Wie war das noch so schön -
Ein Telefon ist notwendig. Zwei Telefone sind Luxus. Kein Telefon ist ein Segen...
Sicher wurde man heute wie damals auf der Straße von nervigen Nachbarn angesprochen. Aber wenn man mit Freunden unterwegs war und jemand anders einen erreichen wollte, musste man sich wenigstens nicht rechtfertigen danach, dass man das Handy nicht anhatte, weil man vielleicht beim Essen/ Fußball/ Training/ Einkaufen/ was auch immer mal nicht gestört werden wollte...
*hat ihr Handy nach wie vor fast immer auf lautlos*
no subject
Date: 2005-07-10 03:34 pm (UTC)Eine Rechtfertigung, finde ich, ist nur fällig, wenn sich diese Kommunikationsunlust über längere Zeit hinweg nicht ändert. Denn dann würde ich von Freunden schon irgendwie eine Erklärung wollen, auch wenn es ein "Du gehst mir auf die Nerven" ist.
Aber es ist schade, dass ihr damit soviel Stress habt. Ich habe in der Beziehung nur Stress mit meiner Mutter, aber das liegt glaub ich in der Natur der Sache :)
no subject
Date: 2005-07-10 04:14 pm (UTC)Das heißt auch, dass ich verstehe, wenn Leute nachfragen von wegen "Ich wollte dir was Wichtiges sagen, aber dein Handy war aus, wieso denn". Aber wenn mich Leute nur zum Schwätzen anrufen wollen, dann geht mir das ehrlich gesagt immer auf den Geist. Schwätzen kann man, wenn man sich sieht. Am Telefon mag ich das nur (bzw, habe ich nur dann nichts dagegen), wenn ich die Leute echt ewig nicht mehr gesehen habe oder auch sonst nicht sehe. Aber dieser Austausch von Trivialitäten übers Handy, den ich in der Bahn oft genug mitkriege, der geht mir echt auf den Geist - vor allem auch, weil man seine eigene Kommunikation dann auch noch Außenstehenden aufzwingt, die damit nun wirklich nichts zu tun haben. (Obwohl mich auch am heimischen PC ständige AIMs nerven, wenn sie keinen tieferen Sinn haben. Oder SMS á la "Was machst du gerade? HDGDDDL! Schreib zurück!".)
Und dann soll ich ein schlechtes Gewissen haben, weil man mich nicht immerzu erreichen kann? Nö...
Bin aber ohnehin kommunikationsgestört, von daher bin ich da sowieso überempfindlich...
no subject
Date: 2005-07-11 01:03 am (UTC)Aber du bist ja zum Beispiel eigentlich immer über LJ zu erreichen. Ich meinte eher Leute, mit denen man dann gar nichts mehr zu tun haben kann, weil sie nie Lust haben, irgendwo zu kommunizieren.
no subject
Date: 2005-07-11 04:56 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-10 04:28 pm (UTC)Ich hab mein Handy auch ab und zu einfach mal ein paar Tage aus. Wenn es wichtig ist, wird es den Leuten schon wert sein, mich auf anderem Wegen zu erreichen. Wenn ich mal ein paar Tage meine Ruhe haben will, dann habe ich das eben.
Es kommt dabei aber auch sehr auf die Menschen an. Bei manchen Leuten ist es ganz normal dass ich mich selten bei ihnen oder sie sich selten bei mir melden und wir nehmen uns das nicht böse. Bei anderen Menschen mache ich mir dann schon Sorgen, aber nicht weil ich diejenigen zur Kommunikation zwingen möchte, sondern weil es ein für sie nicht typisches Verhalten ist.
Manchmal stoßen aber eben einfach verschiedene Auffassungen zu Kommunikation aufeinander und verursachen Missverständnisse. Z.b. war es bei mir so, dass wenn Jan mal für ein paar Tage weg war und er sich gar nicht meldete, ich dachte , irgendetwas stimmt nicht. Wenn ich dann aber anrief, dachte er es stimmt irgendetwas nicht. Wenn man sich also von Mitmenschen zur Kommunikation gedrängt fühlt, sollte man vielleicht klarstellen dass das nichts Persönliches ist.
no subject
Date: 2005-07-10 10:07 pm (UTC)Wenn das nur immer so akzeptiert würde... Ich kenne einige Leute, die sehr beleidigt reagieren, wenn man ihnen nur zu erklären versucht, daß man eben dann und wann seine Ruhe braucht - und in der Regel sind das gerade die sehr mitteilungsfreudigen Personen, die es eben gerade nötig machen, daß man klarstellt, wie viel Zeit und Energie man in Gespräche/Chats investieren möchte und was eindeutig zu viel wird.
D.h. - "klarstellen" ist schön und gut, aber manchmal scheint das unterschiedliche Kommunikationsverhalten so Teil der Persönlichkeit zu sein, daß das Verständnis für den Anderen dann doch arg getrübt ist und versuche, etwas zu ändern, leider doch persönlich interpretiert werden - statt "Ich mag jetzt nicht reden!" wird leicht "Ich mag nicht mit Dir reden!" gehört, auch, wenn man das gar nicht gesagt hat...
no subject
Date: 2005-07-11 04:51 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-11 05:44 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-11 06:03 am (UTC)Und natürlich gilt so etwas nie für alle und jeden, nur eben für bemerkenswert viele.
no subject
Date: 2005-07-11 04:55 am (UTC)Ich sage ja nicht, dass das ein irgendwie sonderbares oder seltenes Verhalten ist. Im Gegenteil, ich beobachte das überall. Und ich finde das bemerkenswert.
no subject
Date: 2005-07-11 10:39 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-11 02:15 am (UTC)no subject
Date: 2005-07-11 05:01 am (UTC)Isch chabe gar keine Chändie...
Date: 2005-07-11 10:22 am (UTC)Verbale Inkontinenz hat es eine Kollegin von mir mal genannt.
SMS also bin ích?
Wer mich anruft (Festnetz hab ich schon), mit dem red ich oder ich sage: Nö, jetzt nicht. Und das war schon immer so.
Aber deine Beobachtung ist eine, die die Zukunftsforscher auch gemacht haben: nach den Studien dieser Leute wird "Ruhe" einer der Luxusartikel der Zukunft sein.
no subject
Date: 2005-07-13 11:13 am (UTC)Ich freue mich schon auf england - eine wochen kommunikationslose zone...