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fuchs: (RoLHamster)
[personal profile] fuchs
Ich sollte mal wieder aufhören, etwas sofort aufzugeben, sobald es Arbeit wird. Mal wieder ein wenig Mühe in etwas stecken.
Ich habe mich mit einem unsichtbaren Kokon umgeben, gesponnen aus Dingen, die angenehm sind, lecker und gewohnt. Ultramarinblau dunkel, marzipanweich und warm wie frischgebadete Haut. Ich kann diesen Kokon eng um mich ziehen wie eine Decke an einem kalten, grauen Morgen und die Augen vor allem schließen, was anstrengend ist oder wichtig. Ich kann ihn aufschütteln und locker wie Zuckerwatte um mich herum schweben lassen. Alles durch ihn hindurch betrachten, so dass alles etwas rosaner und zuckriger schmeckt.
Aus guten Argumenten ist sie gewebt, diese wattige Barriere. Aus 'Sicherlich' und 'Immerhin'.

Ich esse, wenn ich mich langweile. Und ich langweile mich, wenn sich Kunst nicht mehr aus dem Ärmel schütteln lässt, wenn Genie und Effizienz nicht von allein vorbeischauen. Ich esse mir eine Schicht Fett an, die meine wahre Gestalt verbirgt wie mein Kokon mein wahres Wesen.
War ich früher nicht mal bissig? Schnell, schlau und gewitzt?
Ich kann meinen Kokon nicht einfach aufschlitzen und ihn verlassen. Er ist aus Freundschaften gewebt, aus Dingen, die mir lieb sind und Verhaltenweisen, die mir leicht fallen. Er ist wirklich hübsch, ehrlich. Und er kann mich wärmen, manchmal.
Aber manchmal ist er auch wie zu viel gegessen zu haben, weil es so gut geschmeckt hat. Dann drückt er ein wenig. Verlangsamt meine Bewegungen. Beschwert meinen Schritt.

Ich denke: Tu etwas. Etwas Sinnvolles. Anstrengendes vielleicht. Und mein Kokon wispert: Mach erst einmal eine Liste und dann fang damit an, aufzuräumen. Dann ist der Abend bald vorbei und du hast immerhin etwas Sinnvolles getan.
Ich denke: Erst die wichtigsten Dinge, zur Abwechslung. Erst die Anstrengendsten. Und der Kokon drückt: Es soll ja auch gut werden. Also musst du von vorne anfangen, aus der Struktur heraus handeln, ein Gerüst erstellen. Das schaffst du heute Abend sicherlich nicht mehr zu Ende. Besser, dafür einen ganzen Tag einzuplanen.
Und er murmelt: Wenn dein Zimmer wieder lupenrein ist, die Küche gemacht und dein Schreibtisch leer, dann hast du noch ein Stück Kuchen und einen Pudding im Kühlschrank.
Ich knurre leise. Etwas Großes muss ich mit meinem Abend anfangen. Oh, und wie wäre es mit einer neuen DVD von Lost? Kannst ja auf dem Weg zur Videothek immerhin den Müll mitnehmen. Etwas wirklich Wichtiges, wie die Hausarbeit anfangen, das Gerüst für den Roman erstellen, Öl malen. Was denn nun, wispert der Kokon. Nicht überstürzen, die Entscheidung. Womit anfangen? Das kannst du ja mal den Rest des Abends überlegen. Vielleicht bei einer Folge Lost und einem netten Pudding dabei. Am Besten schreibst du erst einmal einen pseudo poetischen LJ-Eintrag.



I should stop abandoning things the moment they start being work. Put some effort in something again.
I've enclosed myself in an invisible cocoon, spun from comfortable, tasty, familiar things. Ultramarine dark, marzipan soft and warm like freshly bathed skin. I can clasp it around myself like a blanket on a cold grey morning and close my eyes from everything laborious or important. I can fluff it up like cotton candy and let it float around me, watch everything through it's pinkish sugary layers.
It's weaved from good points, this cottony barrier. From 'surely' and 'after all'.

I eat when I feel bored. And I am bored the instant art doesn't fall off the cuff and genious and efficiency don't come over for tea just like that. I eat a layer of fat around me, obscuring my true form like my cocoon obscures my true self.
Haven't I been sharp once? Fast, clever and witty?
I cannot slit my cocoon and leave it. It's spun from friendships, things I like and easy behaviour.
It's nice, really. And occasionally it's the only thing keeping me warm.
But sometimes it's like having eaten too much just because it tasted so good. It's pinching, then. Slowing my movement. Weighing down my steps.

I think: Do something. Something sensible.Taxing, perhaps. And my cocoon whispers: Make a list, first and start with tidying up. The evening will be used up, then, and it was a sensible thing to do, after all.
I think: The truly important things first, for a change. The most laborious ones. And the cocoon pinches: Well, it has to be perfect. So you have to start at the beginning, to structure the whole thing. You can't do that tonight. Better you plan a whole day for that.
And it murmurs: When your room is flawless again, the kitchen is done and your table blank, you've got a piece of cake and a pudding in the fridge.
I'm growling. This evening has to be used for something Big. Right, but what about a new Lost DVD? You could take the trash out on your way to the video store at least. Something really, truly important. Like the term paper, the composition of the novel, or oil on canvas. What shall it be, the cocoon mumbles. Don't rush this. Where to start? You can think about that for tonight. Perhaps while watching Lost and eating that pudding?
Best you write a pseudo poetic lj entry, first.

Date: 2006-03-18 11:59 pm (UTC)
From: [identity profile] dunkelhaven.livejournal.com
Ja, das kenne ich zu gut. Ich spinne auch tausend Ideen aus im Kopf und Dinge, die ich gern mal tun und umsetzen würde, die aber viel Zeit und Arbeit in Anspruch nehmen würden, und dann schieb ich es ewig vor mir her und nehmen mir vor, mir irgendwann mal richtig dafür Zeit zu nehmen, aber nicht jetzt. Und dann bleibt es liegen und ich mache allenfalls Notizen dazu. Ich kämpfe noch ein wenig mit mir, mal ein größeres Projekt auch ernsthaft in Angriff zu nehmen und zu verfolgen. Oder es zumindest mal ein wenig weiter voranzubringen.

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