Romane / Novels
Apr. 8th, 2005 09:01 pmOkay, hier Anfänge zu zwei Romanen. BITTE lest sie und macht den Poll mit.
Alright, here we have two beginnings of novels. PLEASE read them and take part of the poll.
"Lügen" / "Lies"
Das Lügen ist eine Kunst, deren Techniken in meiner Familie seit vier Generationen verfeinert werden.
Meine früheste Erinnerung an meine Urgroßmutter, jene Frau mit dem Feenhaar, die sich als erste das Lügen als Lebensaufgabe erkor, ist schon eine. Eine Lüge.
Sie war gar nicht meine Urgroßmutter.
Lying is a form of art, and its techniques have been refined by my family for four generations now.
My earliest memory of my great-grandmother, this woman with the fay hair, who was the first to make her life a lie, is one. A lie.
She wasn't my great-grandmother.
"Traidis"
Im Schneeland, im Frühling, als Pferde sich ab und zu schon wieder durch den Schnee zur Burg durchkämpfen konnten, stand ein junger Mann mit düsterem Blick am Gitter seines zugigen Fensters.
Sein hoher Kragen, aus billiger, schwarzer Wolle gefertigt, kratzte gnadenlos. Die Hände hatte er so fest zu Fäusten geballt, dass seine Fingernägel tiefe, dunkelrote Abdrücke hinterlassen würden.
Seine Brust tat ihm weh als habe er Lungenentzündung und gerade eben lange und schmerzhaft gehustet.
In the snowland, in spring, as now and then horses were able again to conquer the snow on the way to the castle, a young man gazed darkly through the grating of his drafty window.
His high collar, made of cheap, black wool, was itching without mercy. His hands were balled into fist so hard, that his fingernails would leave dark red imprints.
His chest hurt as if he had pneumonia and just stopped a hard coughing.
[Poll #470795]
Alright, here we have two beginnings of novels. PLEASE read them and take part of the poll.
"Lügen" / "Lies"
Das Lügen ist eine Kunst, deren Techniken in meiner Familie seit vier Generationen verfeinert werden.
Meine früheste Erinnerung an meine Urgroßmutter, jene Frau mit dem Feenhaar, die sich als erste das Lügen als Lebensaufgabe erkor, ist schon eine. Eine Lüge.
Sie war gar nicht meine Urgroßmutter.
Lying is a form of art, and its techniques have been refined by my family for four generations now.
My earliest memory of my great-grandmother, this woman with the fay hair, who was the first to make her life a lie, is one. A lie.
She wasn't my great-grandmother.
"Traidis"
Im Schneeland, im Frühling, als Pferde sich ab und zu schon wieder durch den Schnee zur Burg durchkämpfen konnten, stand ein junger Mann mit düsterem Blick am Gitter seines zugigen Fensters.
Sein hoher Kragen, aus billiger, schwarzer Wolle gefertigt, kratzte gnadenlos. Die Hände hatte er so fest zu Fäusten geballt, dass seine Fingernägel tiefe, dunkelrote Abdrücke hinterlassen würden.
Seine Brust tat ihm weh als habe er Lungenentzündung und gerade eben lange und schmerzhaft gehustet.
In the snowland, in spring, as now and then horses were able again to conquer the snow on the way to the castle, a young man gazed darkly through the grating of his drafty window.
His high collar, made of cheap, black wool, was itching without mercy. His hands were balled into fist so hard, that his fingernails would leave dark red imprints.
His chest hurt as if he had pneumonia and just stopped a hard coughing.
[Poll #470795]
Auswahlmöglichkeit
Date: 2005-04-10 01:39 am (UTC)Wenn es dir um die Möglichkeit geht, einmal etwas an einen Verlag zu verkaufen (und damit meine ich nicht so einen "Selbstkostendruck"), dann würde ich dir aus meiner Sicht sagen:
Nummer 1 hat da sicher mehr Potential. Durch den Einstieg, der mit bekannten Gefühlen (Lügen) und Erwartungen spielt, die gegen den Strich gebügelt werden (ups, wieso wird das "böse Lügen" vervollkommnet"?) fängst du einen Leser ein, machst ihn neugierig. Zudem gibt es (jedenfalls im Moment) einen latent existierenden Markt für "Frauengeschichten" und "Aufarbeitungen". Der recht heitere, leichte Ton der ersten Sätze (es wirkt, als wäre die Ich-Erzähler(in) der Urgroßmutter nicht böse, sondern nähere sich dieser interessanten Figur unbefangen) verhindert auch, dass man das Gefühl bekommt "Oh, ein Therapiebuch", was _ich_ persönlich sehr angenehm finde. Das kann tiefer werden, denke ich mir, aber mir wird nicht gleich (wenn es sich zudem um einen Roman handeln soll)das Drama um die Ohren gehauen.
Nummer 2 bringt zwar geballt Bilder rüber, aber da die Klischees, die da bedient werden, bekannt sind, weckt der Anfang (ohne weitere Informationen) keine große Neugier - wobei es genau für die bedienten Klischees (Oh, Held leidet!) durchaus einen Markt gibt, der meist von sehr jungen Leserinnen gebildet wird. (Das mit der Slash-Geschichten-Remineszenz kann ich nachvollziehen).
"Richtigstellung"
Date: 2005-04-10 02:45 am (UTC)Ich will oder wollte nicht sagen, dass Traidis nicht innovativ ist oder dass es klischeebeladen ist.
Das bezog sich nur auf die ersten Zeilen (und die sind, wie ich jetzt gelesen habe, ja auch nicht "state of the art") und naja.. jedenfalls.
Ich hoffe, es kommt so rüber, wie ich es gemeint habe.
*weiter baden geh*
*tropf*
no subject
Date: 2005-05-03 12:54 pm (UTC)