Kokon / cocoon
Mar. 18th, 2006 07:01 pmIch sollte mal wieder aufhören, etwas sofort aufzugeben, sobald es Arbeit wird. Mal wieder ein wenig Mühe in etwas stecken.
Ich habe mich mit einem unsichtbaren Kokon umgeben, gesponnen aus Dingen, die angenehm sind, lecker und gewohnt. Ultramarinblau dunkel, marzipanweich und warm wie frischgebadete Haut. Ich kann diesen Kokon eng um mich ziehen wie eine Decke an einem kalten, grauen Morgen und die Augen vor allem schließen, was anstrengend ist oder wichtig. Ich kann ihn aufschütteln und locker wie Zuckerwatte um mich herum schweben lassen. Alles durch ihn hindurch betrachten, so dass alles etwas rosaner und zuckriger schmeckt.
Aus guten Argumenten ist sie gewebt, diese wattige Barriere. Aus 'Sicherlich' und 'Immerhin'.
Ich esse, wenn ich mich langweile. Und ich langweile mich, wenn sich Kunst nicht mehr aus dem Ärmel schütteln lässt, wenn Genie und Effizienz nicht von allein vorbeischauen. Ich esse mir eine Schicht Fett an, die meine wahre Gestalt verbirgt wie mein Kokon mein wahres Wesen.
War ich früher nicht mal bissig? Schnell, schlau und gewitzt?
Ich kann meinen Kokon nicht einfach aufschlitzen und ihn verlassen. Er ist aus Freundschaften gewebt, aus Dingen, die mir lieb sind und Verhaltenweisen, die mir leicht fallen. Er ist wirklich hübsch, ehrlich. Und er kann mich wärmen, manchmal.
Aber manchmal ist er auch wie zu viel gegessen zu haben, weil es so gut geschmeckt hat. Dann drückt er ein wenig. Verlangsamt meine Bewegungen. Beschwert meinen Schritt.
Ich denke: Tu etwas. Etwas Sinnvolles. Anstrengendes vielleicht. Und mein Kokon wispert: Mach erst einmal eine Liste und dann fang damit an, aufzuräumen. Dann ist der Abend bald vorbei und du hast immerhin etwas Sinnvolles getan.
Ich denke: Erst die wichtigsten Dinge, zur Abwechslung. Erst die Anstrengendsten. Und der Kokon drückt: Es soll ja auch gut werden. Also musst du von vorne anfangen, aus der Struktur heraus handeln, ein Gerüst erstellen. Das schaffst du heute Abend sicherlich nicht mehr zu Ende. Besser, dafür einen ganzen Tag einzuplanen.
Und er murmelt: Wenn dein Zimmer wieder lupenrein ist, die Küche gemacht und dein Schreibtisch leer, dann hast du noch ein Stück Kuchen und einen Pudding im Kühlschrank.
Ich knurre leise. Etwas Großes muss ich mit meinem Abend anfangen. Oh, und wie wäre es mit einer neuen DVD von Lost? Kannst ja auf dem Weg zur Videothek immerhin den Müll mitnehmen. Etwas wirklich Wichtiges, wie die Hausarbeit anfangen, das Gerüst für den Roman erstellen, Öl malen. Was denn nun, wispert der Kokon. Nicht überstürzen, die Entscheidung. Womit anfangen? Das kannst du ja mal den Rest des Abends überlegen. Vielleicht bei einer Folge Lost und einem netten Pudding dabei. Am Besten schreibst du erst einmal einen pseudo poetischen LJ-Eintrag.
( english version )
Ich habe mich mit einem unsichtbaren Kokon umgeben, gesponnen aus Dingen, die angenehm sind, lecker und gewohnt. Ultramarinblau dunkel, marzipanweich und warm wie frischgebadete Haut. Ich kann diesen Kokon eng um mich ziehen wie eine Decke an einem kalten, grauen Morgen und die Augen vor allem schließen, was anstrengend ist oder wichtig. Ich kann ihn aufschütteln und locker wie Zuckerwatte um mich herum schweben lassen. Alles durch ihn hindurch betrachten, so dass alles etwas rosaner und zuckriger schmeckt.
Aus guten Argumenten ist sie gewebt, diese wattige Barriere. Aus 'Sicherlich' und 'Immerhin'.
Ich esse, wenn ich mich langweile. Und ich langweile mich, wenn sich Kunst nicht mehr aus dem Ärmel schütteln lässt, wenn Genie und Effizienz nicht von allein vorbeischauen. Ich esse mir eine Schicht Fett an, die meine wahre Gestalt verbirgt wie mein Kokon mein wahres Wesen.
War ich früher nicht mal bissig? Schnell, schlau und gewitzt?
Ich kann meinen Kokon nicht einfach aufschlitzen und ihn verlassen. Er ist aus Freundschaften gewebt, aus Dingen, die mir lieb sind und Verhaltenweisen, die mir leicht fallen. Er ist wirklich hübsch, ehrlich. Und er kann mich wärmen, manchmal.
Aber manchmal ist er auch wie zu viel gegessen zu haben, weil es so gut geschmeckt hat. Dann drückt er ein wenig. Verlangsamt meine Bewegungen. Beschwert meinen Schritt.
Ich denke: Tu etwas. Etwas Sinnvolles. Anstrengendes vielleicht. Und mein Kokon wispert: Mach erst einmal eine Liste und dann fang damit an, aufzuräumen. Dann ist der Abend bald vorbei und du hast immerhin etwas Sinnvolles getan.
Ich denke: Erst die wichtigsten Dinge, zur Abwechslung. Erst die Anstrengendsten. Und der Kokon drückt: Es soll ja auch gut werden. Also musst du von vorne anfangen, aus der Struktur heraus handeln, ein Gerüst erstellen. Das schaffst du heute Abend sicherlich nicht mehr zu Ende. Besser, dafür einen ganzen Tag einzuplanen.
Und er murmelt: Wenn dein Zimmer wieder lupenrein ist, die Küche gemacht und dein Schreibtisch leer, dann hast du noch ein Stück Kuchen und einen Pudding im Kühlschrank.
Ich knurre leise. Etwas Großes muss ich mit meinem Abend anfangen. Oh, und wie wäre es mit einer neuen DVD von Lost? Kannst ja auf dem Weg zur Videothek immerhin den Müll mitnehmen. Etwas wirklich Wichtiges, wie die Hausarbeit anfangen, das Gerüst für den Roman erstellen, Öl malen. Was denn nun, wispert der Kokon. Nicht überstürzen, die Entscheidung. Womit anfangen? Das kannst du ja mal den Rest des Abends überlegen. Vielleicht bei einer Folge Lost und einem netten Pudding dabei. Am Besten schreibst du erst einmal einen pseudo poetischen LJ-Eintrag.
( english version )