Japan im Juli
Jul. 19th, 2008 08:26 pmIn Japan gibt es karamellisierte Erdnussflips, Glibber mit Puder als Snack, Rolltreppen, die einen fröhlich davor warnen, dass sie gefährlich sind, Menschen, deren einziger Job es ist, Autos zuzuwinken, die an bestimmten Punkten abbiegen, oder sich ab und an zu verbeugen, Laster, die klingeln und Bescheid sagen, wenn sie abbiegen, kaum Fußwege, keine Strassennahmen, aber überall Karten, Sushi und hellen Kuchen zum Schleuderpreis, aber nichts mit Schoko-Überzug ausser Pocky und ausländischen Naschereien.
Quietschende Fahrradbremsen gelten als höflicher als Fahrradklingeln.
Osaka-Japanerinnen tragen bevorzugt zu große Pumps, und nach einer Weile schläft man genau wie alle anderen in jeder Bahn sofort ein (da wird Schlafgas in die Klimaanlagen geleitet!).
Langsam verschwimmen die Gesichter, und plötzlich ist niemand mehr "asiatisch", alle sehen plötzlich so erschreckend individuell aus, und dann sieht man einen Gaijin und denkt sofort "Ah, Franzose" oder Italiener oder Polin oder amerikanische Familie.
Die Klimaanlagen-Migräne lässt nach wenigen Tagen nach, und man gewöhnt sich daran, dass die Hitze einen auslutscht. Man besorgt sich Fächer und stellt sich vor die öffentlichen Klimaanlagen, die Kälte in die Ubahnschächte pusten, gleich neben den öffentlichen Defillibratoren, und kauft sich auf jedem Weg eiskalte Getränke aus den Automaten. Nicht, dass man nicht noch zwei Liter im Rücksack hat, aber etwas 2,5°C Kaltes in der Hand zu haben und ab und an gegen die Wangen zu halten, hilft einfach ungemein.
Die jungen Japaner sind genauso lange Lulatsche wie die jungen Europäer, und sie krümmen sich ein wenig vor lauter ungewohnter Körpergröße. Es gibt Milch zu kaufen, mit Fettanteil von 0,5 bis 4,7% zur Auswahl. Kein Wunder, dass sie ins Kraut schießen.
Jedesmal, wenn der Shinkansen am Fuji vorbei fährt, schlafe ich. Ich kann mich halt nur höchstens eine Stunde gegen die Prägung wehren, und die Koffeintabletten machen so glücklich, dass sie mir Angst machen.
Man kann sich in Tokyo wunderbar ohne Stadtkarte zurecht finden, solange man die Himmelsrichtung im Auge behält. Allerdings läuft man wirklich alle naselang gegen Schreine.
Die Raben, Karpfen und Schmetterlinge sind riesig groß, Spatzen, Katzen und Polizisten winzig klein.
Kyoto *ist* ruhiger und weiser, Tokyo *ist* modischer und getriebener, Osaka *ist* ordinärer und freundlicher.
Man kann durch die Fenster nicht durchsehen, man kann sie aber auch nicht aufmachen, ohne watteartige heiße Luft einzuladen.
In Osaka ist bei den Herren Vokuhila in fusselig goldblond das Höchste der Gefühle, die jungen Mädchen sehen genauso wie Nutten aus wie die Hiphop-Video-inspirierte deutsche Jugend.
Und immer wieder überraschen einen die wunderschönen Berge mit ihren fedrigen Bambus-Wäldern.
Den Fernseher habe ich an den ersten zwei Tagen je fünf Minuten angehabt und dann schockiert wieder ausgemacht.
Wenn ich zu lange im Internet bin, und jemand geht an meinem Apaato vorbei, sehe ich hoch und frage mich, welches WG-Mitglied wohl etwas von mir will.
Ich habe fünf Museen, vier Universitäten und zwei Schreine gesehen, bin am kaiserlichen Palastgarten vorbei gelatscht und irgendwann tauchte unvermutet der Tokyo Tower zwischen zwei Häuserblocks auf, als ich gerade keine Zeit hatte, ihn zu würdigen.
Von wegen Recherche: Die wichtigen Kunstwerke werden nicht gezeigt, die neuesten Bücher sind laut Expertenmeinung "langweilig", und besagte Experten kennen zwar die Probleme, haben aber keinerlei Ideen für Lösungen.
Apropos Experten.
Ich war also in Tokyo, zehn Minuten vor der verabredeten Zeit am verabredeten Treffpunkt. Dachte ich. Zwanzig Minuten später erreichten Frau S. und ich uns am Handy und wir klären das Misverständnis - das wirklich nicht zu verhindern gewesen war. Eine Stunde später als verabredet holt uns Takeda-Sensei von der Bahn ab. Frau S. hatte eine Stunde stehend auf mich warten müssen, und obwohl ich mich sehr, sehr entschuldigt hatte und wir uns einig waren, dass es nicht meine Schuld war, sagt sie in der Bahn (sie sitzt, ich stehe vor ihr):
"Ich dachte, *Sie* wollten doch was wissen!" und ich bemühe mich, nicht zu lachen. Frau Ehmcke und Frau S. hatten entschieden, dass es eine tolle Idee wäre, aktuelle Nihonga-Künstler zu treffen. Ich schreibe über den Beginn von Nihonga. Und auch nachdem ich das mehrfach betont hatte, wurde dieser Termin trotzdem gemacht. Was bin ich froh, dass mir trotzdem Ideen für Fragen eingefallen waren, und dass ich das dann wohl in mein Schlußwort bauen kann.
Ich lache also nicht sondern sage sanft, dass ich ja nun nicht mit Absicht zu spät komme, und sie winkt ab und sagt ärgerlich, dass es ja nicht fair wäre, auf mich ärgerlich zu sein, und ich sei ja auch das erste Mal in Tokyo. Ich hätte sie nur eben verwöhnt, weil ich ja plötzlich in Tenri vor ihr stand ohne Hilfe gebraucht zu haben.
Takeda-Sensei ist ein kleiner, älterer Japaner mit vollen Haaren, die offenbar eine Winzigkeit zu lang sind, als dass man sie bändigen könne. Seine Frau sagt am Telefon, wir sollen uns keine Sorgen machen, er habe in der Stunde dann jetzt eben schon ohne uns gegessen (später erfahre ich, dass eine Abordnung von 5 Japanern auf uns gewartet hatten, um mit uns gemeinsam zu essen).
Ein wahnsinnig lieber Mensch ist er, freut sich über jede Freundlichkeit, ist stolz über jede japanische Höflichkeit, die ich zustande bringe, in meinem Adrenalin und Stressschweiß schwimmend.
(Dabei hatte ich drei Stunden Bahnfahrt um mich abzuregen, und es hatte auch funktioniert, und dann mitten in Tokyo am völlig falschen Ort hatte ich aufgelegt und war in Gelächter ausgebrochen: Ich würde kräftig zu spät kommen. Immerhin, GAU schon mal abgehakt, jetzt konnte es nur aufwärts gehen).
Frau S. verliert nach einer Weile die Lust am Übersetzen und zwingt mich, Japanisch zu sprechen, was peinlich wäre, würde Takeda-Sensei sich nicht auf jedes Wort stürzen und dann hilflos beide Hände bewegen.
"Was genau macht ihre Kunst zu Nihonga?" - "Die Technik, Tusche, Pigmente, Seide und Papier..." - "Und abgesehen von der Technik?" - *ruder*
Es kommt ein anderer Professor zu uns, der uns treffen wollte, ein Japaner, der seit Jahren in den USA unterrichtet, und mir auf Englisch erzählt, dass keiner mehr so recht weiß, was Nihonga eigentlich ausmache. Ich frage beide, Sensei-tachi, ob es nicht vielleicht der Grundgedanke dahinter ist, ob nicht der japanische Geist durchscheine, auch wenn westliche Stilmittel vereinnahmt würden.
Beide schauen beeindruckt und lehnen sich nachdenklich zurück.
- Wir sitzen in niedrigen Sesseln (Japan zeigt mir überall, doch, ich habe recht lange Beine), und Takedas Hilfskräfte tun in der Nähe so, als würden sie arbeiten, während das Mädchen von den dreien Tee und glibberige, sehr leckere Snacks vor uns materialisieren lässt. -
Frau S. lächelt nachsichtig und tadelt mich: "Dass die Japaner immer nur alles übernehmen würden, ist aber ein sehr großes Klischee, P.-san."
Ich blinzele und versuche, ihr verständlich zu machen, dass meine These das genaue Gegenteil besagt, da fängt Takeda-Sensei sehr leise an, etwas über die Natur und den Menschen zu sagen, dass die alten Lehren in Japan den Menschen in einen Kontext stellten. Ich grinse breit, nicke hektisch und sage, in der christlichen Tradition stehe der Mensch gegen die Schöpfung (Macht sie euch untertan, ihr Affen), und er nickt langsam und sagt, dies sei wohl der Kernpunkt von Nihonga.
Ich könnte ihn küssen.
Frau S. mault, auch das sei ja nur ein Klischee und fragt den Professor aus den USA, was sein Spezialgebiet sei - auf japanisch, und er antwortet natürlich auf japanisch. Papier. Er stelle seines selber her (er male ebenfalls) und erforsche die alten, asiatischen Methoden. Sehr faszinierend, ich verstehe ungefähr die Hälfte und nutze die Zeit, um Notizen zu machen.
Dann überreiche ich Takeda-Sensei, der mir gegenüber sitzt und seit längerem nicht mehr zu Wort kam, die Neuhaus-Pralinen, die ich ihm mitgebracht hatte, sie sind eiskalt (und ich bin stolz).
Er freut sich sichtlich, weiß nicht recht, was er sagen soll, und bedankt sich überschwenglich bei mir und der Studentin, die sie sofort in den Kühlschrank stellt.
(Später sehen wir die Kunst eines anderen Hilfskraft-Studenten, der mit den alten Formen und Pigmenten spielt und dazu auch noch Pigment verwendet, dass im dunkeln leuchtet. Er sagt, er hat es aus dem Internet, und Frau S. fragt erstaunt: "Da gibt es sowas?")
Frau S. ist beleidigt und erzählt schnell, die Schokolade, die ich *ihr* mitgebracht hätte, wäre von einer Marke gewesen, die ihr völlig unbekannt gewesen war ("Peters") und sehr, sehr lecker.
Ich halte an mich und hebe mir was für später auf.
Der Papier-Professor verabschiedet sich, aber nicht ohne mich aufzufordern, ihn auf der nächsten Art Cologne zu besuchen, er werde einen Stand haben. Ich verspreche es und stecke seine Karte zu meiner Sammlung.
Endlich gehen wir in die Mensa essen, Frau S. und ich verschwinden schnell auf Klo. Im Spiegel lächelt sie mich kurz an und sagt dann leise:
"Schön, dass Sie da sind, doch, da lerne ich glatt noch was dazu!"
Kurz darauf gehen mir die Fragen aus, also stellt sie meine noch einmal, offenbar anders formuliert, und bekommt deutlich mehr Ergebnisse. Takeda-Sensei führt uns über den Campus, jeder Student, der uns begegnet, wird uns mit Namen vorgestellt, und er sagt: "Sie ist extra aus Deutschland angereist, weil sie Fragen über Nihonga hat, die sie mir stellen wollte!"
Ich schaue also einem Japaner beim Angeben zu und finde das sehr charmant.
Hinter uns tuschelt eine Gruppe plötzlich (die Hälfte hatte am Tisch geschlafen): "Hoooo, Doitsujin! Hast du gehört, das sind Deutsche!" mit so viel Ehrfurcht in den Stimmen.
Ich ziehe die Schultern etwas nach hinten und spanne den Bauch an.
Frau S. wirft mir ein breites Grinsen zu und sagt auf deutsch:
"Ich kriege ihn nicht abgewimmelt. Er ist zu enthusiastisch!"
Ich lächele ebenso falsch zurück und sage ehrlich:
"Gott, langsam kann ich aber nicht mehr..."
Sie nickt wehleidig und meint, sie würde es nochmal versuchen.
Sie fragt, wann denn demnächst eine Bahn ginge, ich müsse ja noch den Shinkansen zurück nach Osaka erwischen. Wieder einmal wird kurz diskutiert warum ich mich ausgerechnet in Osaka niedergelassen habe, und ich beiße mir auf die Zunge, um nicht zu sagen, dass Frau Ehmcke das empfohlen hatte.
Takeda-Sensei antwortet brav und führt uns in die Bibliothek, wo zwei Studentinnen im ersten Jahr erschrocken die Augen aufreißen, als sie vorgestellt werden, und die Mitarbeiterin mir voller Inbrunst das neueste Buch über Nihonga raussucht.
Takeda-Sensei schaut auf den Titel und verzieht peinlich berührt das Gesicht. Neu sei es schon... aber sehr langweilig, das würden alle sagen. Frau S. meint, ich brauche es ja bloß angeben zu können und zwinkert mir zu.
Als ich der Mitarbeitern leise sage, dass ich ihre Zeit gestohlen habe, was mir leid tut, und dass ich ehrlich sehr dankbar bin (die Japanerin fängt an zu leuchten), ist Frau S. schon auf dem Weg zum Ausgang. Als ich neben sie gejoggt bin, dreht sie sich nochmal um, ruft "Shitsurei shimaaaaasu, arigatou gozaimaaasu!" und schaut mich bedeutsam an.
"Wenn man die Höflichkeitsregeln einhält, kommt man in Japan überall sehr gut durch!"
Ich nicke beschämt und lächle schief.
Dann führt der begeisterte Japaner uns ins Studiensekretariat, wo wir mit Prüfungsunterlagen und Büchern beworfen werden, und je eine Tasche bekommen, um alles tragen zu können. Auf der einen Seite steht "Tama Art University", auf der anderen "Freedom and Will".
Der ganze Campus ist neu. Nur sehr Reiche oder Stipendiaten (30 von 2000 Bewerbern) studieren hier, überall wird gehämmert, gemeißelt, gemalt und gezeichnet, teilweise wunderschöne Werke. Eine Gruppe hat einen Gittaristen in der Runde sitzen und singt leise, durchbrochen von Gelächter.
Auf den Stufen zum Parkplatz beugt sich Frau S. zu einer Studentin und sagt ihr, so könne sie diese Landschaft nicht malen, das wäre viel zu wenig durchstrukturiert.
Man muss dazu sagen, Frau S. arbeitet ausschließlich abstrakt (und hat übrigens nie ein Studium abgeschlossen).
Takeda-Sensei springt herbei, spricht schnell und leise mit der Studentin und sagt dann entschuldigend, sie sei Design-Studentin und im ersten Jahr, deshalb.
Frau S. sagt:
"Aber es war nicht sehr gut, finden Sie nicht auch?"
Sensei-chan stammelt erschrocken und meint dann mutig, genau so habe er auch angefangen. Frau S. hebt beide Augenbrauen und sagt: "Achso?"
Als wir aus einem anderen Gebäude treten, fliegt direkt vor der Tür ein Spatz aus den Händen eines jungen Mannes in farbbekleckster Kleidung (Farbkleckse scheinen die Uni-Uniform zu sein). Wir erstarren erschrocken und versuchen, vor dem Beton zu verschwinden. Frau S. fragt mit der Stimme eines jungen Mädchens, ob das ein Vogel gewesen sei!
Der Student ruft derweil sanft einen japanischen Jungennamen und lächelt dann wie eine Sommerbrise.
Nicht ein Vogel. *Sein* Vogel, und er würde ihn gerne wieder freilassen, nun, wo er ihn gesund gepflegt hat, aber er wolle einfach nicht fortgehen...
Ich bin noch völlig vereinnahmt von dieser Begegnung, als wir ins Auto steigen (wieder einmal, Takeda-Sensei fährt uns von Gebäude zu Gebäude).
Frau S. dagegen fragt ihn, ob er uns zur Haltestelle fahren würde. Als er sich natürlich gerne bereit erklärt, zwinkert sie mir zu und meint verschwörerisch, seine Frau habe gemeint, sie solle ihn ruhig darum bitten, sonst hätte sie sich nie erdreistet.
Auf der Fahrt reden wir über die Geschenke, die sie nach Köln mitnehmen wird (ein Tischchen für den König der Kölner Uni, eine Lack-Schachtel für Frau Sperber, aber sie suche noch etwas Persönlicheres für Frau Ehmcke).
Wir kommen zu Shopping und sie schwärmt von Outlets, speziell von Designern.
Ich bin so amüsiert und zufrieden mit dem Tag, dass ich mich aufrichte und mit großen Augen frage, ob ihr Kleid von Prada oder Comme des Carcons wäre, es wirke gleichzeitig so elegant und gewitzt. Sie fährt sich mit beiden Händen über die Oberschenkel, macht dieses kleine Geräusch, das die meisten Menschen machen, wenn man sie mit genau dem richtigen Kompliment erwischt hat, und sagt:
"Miu Miu. Aber damit haben wir all meine drei Lieblings-Designer erwähnt!"
Im weiteren Gespräch versichert sie mir, in ihrem Alter würde ich meinen Stil dann sicher auch gefunden haben.
Ich lache und sage: "Und hoffentlich auch die entsprechenden Geldmittel!"
Also beugt sie sich vor und fragt Takeda-Sensei, ob er Outlets in der Nähe wisse.
Nein, aber eine Station weiter, er würde uns gerne dorthin fahren.
Frau S. ist begeistert und schlägt vor, Shoppen zu gehen.
Es ist 16:30.
Da Takeda-Sensei nicht parken darf, muss ich mich nicht lang verabschieden, werfe ihm die ehrlichsten, inbrünstigsten Dankesworte zu, die ich zustande bringe, und er sagt bloß, ich solle wirklich, wirklich vorbei kommen, wenn ich noch Fragen hätte - oder nächstes Mal da wäre.
Dann wende ich mich Frau S. zu, hole die kleinere Pralinenschachtel hervor und reiche sie ihr.
"Ich kann Ihnen eh nicht genug danken", sage ich und wehre ihren Protest mit einer Handbewegung ab "Aber ich kann es ja versuchen. Ohne Sie wäre all dies hier nicht möglich gewesen - und vielleicht versöhnen diese hier Sie mit der schrecklichen Verspätung heute Mittag."
Sie isst sie sofort und lädt mich zu einem Eiskaffee ein.
Dann suchen wir Geschenke für ihre Cousinen und ich erkläre ihr, woran man echtes Leder von falschem unterscheiden kann.
Wir finden nichts, aber als sie mich (mit sehr ausführlichen Richtungs-Anweisungen) später meines Weges schickt, presst sie die Lippen zusammen, als täte ihr etwas leid, und fragt, ob ich am Sonntag zum Open Campus nach Tenri käme, es würde sonst so langweilig werden.
Ich verspreche, es zu versuchen und wünsche für den Fall, dass es nicht klappt, einen guten Flug Ende Juli.
Sie mir auch, ein Winken, dann bin ich frei.
Im Shinkansen wechsele ich die durchgeschwitzte Bluse gegen ein frisches Shirt. Ich komme 17 Stunden, nachdem ich das Appartment verlassen habe, wieder durch die Tür.
An anderen Tagen schaffe ich zwei Stationen in 12 Stunden, und dazwischen liegen ein bis zwei Tage Otaku-ness. Nur ich, der Laptop und Super-Tamade, Supermarkt meines Vertrauens. Und öfter als nicht auch Deliachan.
Ab und zu drängt sich Drama in die Tage, meist völlig unnötig und ziemlich schmerzhaft für alle Beteiligten... und manche Unbeteiligte. Manchmal bekomme ich trotzdem richtig was weg gearbeitet, aber öfter noch flüchte ich weit, weit weg.
Ich versuche zu shoppen und scheitere am japanischen Psychoterror (überall Durchsagen, in der Welt der Elektroartikel brüllen sie sogar in Megaphone). In Den Den Town wartet immer noch Doujinshi-World auf mich. Und der Gundam in Originalgröße. Und Fangirl-Heaven.
Und alle drei erzählen, dass sie heim möchten, und dass sie hier am meisten darüber nachdenken, was sie eigentlich wollen - wer sie eigentlich sind. Ohja, das hat mich auch schon erwischt.
Ab und an suche ich nach Wohnungen für mittlerweile 6 Personen - ein schöner Ausgleich.
Und manchmal findet man eine Steintreppe, einen Stellschirm, einen Sonnenuntergang, und plötzlich hat sich doch alles gelohnt.
Die Zeit rast.